Dienstag, 3. Oktober 2017

Die Pervertierung der Demokratie

Das Verhalten der spanischen Zentralregierung im Falle des Referendums in Katalonien am 1. Oktober 2017, also die aus Madrid angeordnete Gewalt der Guardia Civil und der Nationalpolizei, die aus ganz Spanien nach Katalonien beordert wurden gegen Zivilisten vorzugehen, die ihr demokratisches Recht zu wählen wahrnehmen, ist ein Musterbeispiel, wie eine zentralistische Regierung sich mit aller Vehemenz an die Macht klammert und ihre Felle davon schwimmen sieht.

Mir ist schon klar, dass die Argumentation der Zentralregierung in Madrid hinsichtlich des Referendums vom 1. Oktober 2017 die des geltenden spanischen Rechts ist, wonach das Referendum illegal sei. Doch wenn geltende Gesetze die Zentralregierung in Madrid dazu ermächtigen, ihr ermöglichen "legalerweise", also ungestraft, gegen ihre eigenen Bürger, die sie ja im Land halten wollen, mit brutaler Gewalt vorzugehen, weil sie eine Wahl treffen, zu einer Wahl gehen, die aus Sicht der Zentralregierung nicht legal ist, sind die geltenden Gesetze der Zentralregierung in Madrid hochgradig zu überdenken. Denn sofern die Wahl vermuteterweise weit weniger Rückhalt in der Bevölkerung Kataloniens hätte, wäre dies wohl für die Zentralregierung in Madrid kein Anlass gewesen, die Menschen von den Urnen wegzuprügeln. Daran wird auch mehr als deutlich, dass nicht alles, was rechtens ist, auch richtig ist, und dass geltendes Recht letztlich positives Recht ist - und nur zur Sicherheit sei erwähnt: nicht "positiv" im Sinne von "positiv" und "negativ", sondern aus dem Lateinischen "positum" ("gesetzt") stammend, im Sinne von positionieren, also gesatztes, gesetztes Recht, ein von Menschen gemachtes Recht. Und nach welchen Kriterien gesatztes, gesetztes, gemachtes Recht? Genau, gemäß der gerade geltenden Machtverhältnisse, ein demgemäß geltendes Recht.

Das sich abzeichnende Bild ist, dass eine Wahl samt vermutetem Ausgang, die der Zentralregierung in Madrid gefällt, genehmigt wird, und falls sie nicht gefällt, wird sie nicht genehmigt, und wenn sie dennoch durchgeführt wird, wird mit scheinbarer demokratischer Legitimität die Guardia Civil und Nationalpolizei dafür missbraucht auf Zivilisten einzuprügeln, weil sie wählen gehen, von denen sonst erwünscht ist, dass sie ihre Stimme zu Themen bei Wahlen abgeben, sofern das vermutete Resultat im Sinne der Zentralregierung in Madrid ist, also unter Berufung auf die Verfassung der Zentralregierung in Madrid gefällt. Der transportierte Subtext jener Politik: Demokratie und Wahlen gern, aber sie werden nur dann erlaubt und geduldet, wenn sie der Macht derer dient und den Machterhalt garantiert, die bereits an der Macht sind.

Dies gibt ein Zerrbild von Demokratie ab, und macht das autoritäre Demokratieverständnis der Zentralregierung in Madrid deutlich, eine Pervertierung der Demokratie, wie man dies sonst nur von außereuropäischen Wahlen kennt, blickt man etwa von Osteuropa weiter gen Osten, oder auf das, was sich gerade im Golf von Guinea zuträgt oder etwa im Nordirak. So dient Demokratie den Mächtigen als Feigenblatt für Gewaltexzesse gegen nach Souveränität und Abspaltung strebende Minderheiten, und die Verfassung verkommt dabei gar zu einem überdimensionierten Gummiparagraphen, um staatliche Willkür und Gewalt gegen Bürger zu legitimieren, gegen Bürger, die nicht "richtig wollen", nicht "richtig wählen", sondern die Unabhängigkeit wählen, weswegen die sich wohl zu Recht in Frage gestellte jeweilige Zentralregierung dazu übergeht, die Menschen in jenen Regionen mit Gewalt zwangsweise im Staate bzw. Staatenbund zu halten, in Liaison mit dem Gros etablierter Medien, die sich durch ihr hörbares Schweigen oder gar Rechtfertigung jenes üblen Treibens nicht gerade mit Ruhm bekleckern und damit bloß zeigen, dass sich viel zu viele der etablierten Medien vorwiegend auf Staatsraison und Hofberichterstattung der Mächtigen verstehen, damit wiedermal trotz ihrer Aufgabe neutrale Berichterstattung zu leisten nur Schlagseite beweisen, und wohl nur mutig werden, wenn es darum geht auf Kleine zu hauen, die sich schlecht wehren können.

Zu allem Überfluss ist auch das unrühmliche und letztlich höchst bedenkliche Schweigen der EU-Kommission demokratiepolitisch gefährlich, einer EU-Kommission, die sonst alle Welt ermahnt, sofern solch gezeigtes Vorgehen kleine Staaten betrifft, mit Sanktionen und Ausschluss droht, nur jetzt, wo es einen großen EU-Staat namens Spanien anbelangt plötzlich kleinlaut wird, bloß ein kleines Murren hören lässt, worin, wenn man genau hinhört, so argumentiert wird, dass man sich als EU-Kommission nicht in innere Angelegenheiten von EU-Staaten einmische, was jedoch selbige EU-Kommission sonst nicht davon abhält bei jeder Gelegenheit und Ungelegenheit kleinere EU-Staaten und "neue" EU-Staaten bei gleich schwerwiegenden oder oft kleineren Vergehen öffentlich zu geißeln und zu bedrohen und sich in jenen Fällen nicht aufgrund innerer Angelegenheiten zurückzuhalten.

Es wirkt ganz nach Double Standards innerhalb der EU, nach augenscheinlicher Doppelmoral. Und im Falle von Spanien, das heißt der Zentralregierung in Madrid, scheint es sich aus der Sicht der EU-Kommission und Staatenlenker um eine Regierung einer Nation zu handeln, die "Too big to punish" ist, ganz im Sinne von im Finanzwesen angewandter Politik von: "Too big to jail". Mit anderen Worten gilt hier wohl gemäß geltenden Rechts das schon im römischen Reich schlagende Prinzip: "Quod licet Iovi, non licet bovi". Zu Deutsch: "Was dem Jupiter erlaubt ist, ist dem Rindvieh nicht erlaubt". Anders ausgedrückt: "Was dem Großen und Mächtigen erlaubt ist, ist dem Kleinen und Machtlosen noch lange nicht erlaubt". Dies scheint das eigentlich waltende und vorherrschende Prinzip innerhalb der EU-Kommission zu sein sowie in den Köpfen vieler europäischer Staatenlenker und eben nicht die von jenen sonst so beschworenen demokratischen Werte und aufklärerischen Ideale.

Zu groß wiegt wohl das Damokles Schwert über den Köpfen vieler europäischer Länder, wo sich ebenfalls Regionen abspalten und nicht der jeweils zentralistischen Regierung unterwerfen wollen, sondern nach Autonomie oder Souveränität streben. Zu sehr haben diese europäischen Staatenlenker wohl selbst Butter am Kopf, zu sehr fließt sie ihnen die Stirn herunter, zu sehr fürchten sie wohl Kritik an ihrem Vorgehen gegen ihre eigenen abtrünnigen Regionen, wenn sie sich nun in "innerspanische Angelegenheiten" einmischten, und wie sonst entschieden gegen das gezeigte Verhalten der Zentralregierung in Madrid geschlossen vorgingen. Zu groß ist wohl ihre Angst, dass die von ihnen stets beschworene Solidarität in der EU zerbröselt.

Danke, jetzt weiß ich, und vielleicht wissen's nun auch andere endlich, was Solidarität in der EU bedeutet, was aus dem Munde der europäischen Kommission und Staatenlenker, die stets Solidarität beschwören, Solidarität denn eigentlich für sie heißt, was also die längste Zeit damit gemeint ist und war: Man hilft einander, wo es geht, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken, und wenn sie allzu demokratisch wird und trotz Verbot wählen geht, geht man gegen die eigene Bevölkerung vor und die anderen Staatenlenker sehen weg, tun so, als hätten sie nichts gesehen und beschwören die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten, aber nur diesmal, nur wenn's große Staaten selbst betrifft, nur wenn sich's um Probleme mit aufmüpfig wählenden Bürgern innerhalb großer Staaten handelt. Denn im Falle von staatlicher Gewalt gegen Bürger in kleinen Staaten ist es dann wieder Grund genug zur Einmischung in innere Angelegenheiten seitens eben jener EU-Kommission und Staatenlenker, die sich über ihre gezeigte Doppelmoral lächerlich machen und daran arbeiten, jegliche Legitimität und den Rückhalt in der Bevölkerung einzubüßen, und die aus Mangel an Kompetenz, Ideen und Lösungen ihre Kompetenz darauf beschränken gewaltsam gegen ihre (sie ab)wählende Bevölkerung vorzugehen und diese mit Gewalt zwangsweise an sich zu binden bzw. diese gewaltsam unter ihre Herrschaft zu zwingen.

Angesichts der beschriebenen konzertiert durchgeführten gewaltsamen Gemengelage des Bizarren, der Gewalt des Staates gegen den wählenden Bürger - ein Leichtes, wenn auch ebenfalls problematisch, wäre es gewesen, das Wahlergebnis wiedermal nicht anzuerkennen, keine Gewalt wäre von Nöten gewesen - zusammen mit dem verdächtigen weitgehenden Schweigen der übrigen Staatenlenker im Sinne der "Appeasement Policy", kommt mir jener Satz des Malers Max Liebermann in den Sinn, der bei der Machtübernahme der Nazis 1933 in Deutschland beim Anblick des Fackelzugs der Nazi-Schergen durchs Brandenburger Tor in Berlin gesagt haben soll: "Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte."

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Dienstag, 26. September 2017

Politische Korrektheit als Herrschaftsinstrument

Politische Korrektheit ist mehr als ein Ausdruck eines Friedensprojekts, mehr als ein Aufruf zum Friedenserhalt und gedeihlichen Miteinander, mehr als eine Maßnahme zur Sicherung des sozialen Friedens, denn Politische Korrektheit steht im klaren Widerspruch zur freien Meinungsäußerung, verdammt jeden dazu sich seine Meinung nur mehr zu denken - sofern sie von der als Mehrheitsmeinung proklamierten Meinung des Establishments abweicht - da's irgendwo irgendjemanden geben könnte, der sich von der geäußerten Meinung in Frage gestellt und provoziert fühlen könnte - und genau genommen: diesen jemand gibt's immer irgendwo.

So dient Politische Korrektheit der Nivellierung des Geistes, der Gleichmacherei der Menschen und ihrer Geister, der Vereinheitlichung des Denkens und soll über Massenmedien sicherstellen, dass jeder das Gleiche denkt, alle das Gleiche sagen und Pluralität, die unbequem ist, nur das Establishment in Frage stellt und ihm darüber gefährlich werden könnte, möglichst kleingehalten und unterbunden wird.

Politische Korrektheit ist aber mehr als das alles. Sie ist eine Maulsperre, damit die Vereinheitlichung in Wissenschaft, Medien und Kultur ungehindert voranschreiten kann - denn in all diesen Bereichen hatten wir schon weit mehr Vielfalt und damit Unruhe, und damit Meinungsvielfalt und Fortschritt, und nicht nur, wie heute, den Fortschritt in immer die gleiche Richtung, in Wissenschaft, Medien und Gesellschaft, Vereinheitlichung bis zum Gehtnichtmehr, immer mehr vom selben - um mit Friedrich Nietzsche zu sprechen, die "Ewige Wiederkunft", die ewige Wiederkehr des Gleichen - damit der Fortschritt des Establishments unangefochten bleibt.

So ist Politische Korrektheit nur ein Instrument des Establishments, dass sich im Zuge dieser Vereinheitlichung auf ihre Linie niemand mehr seines eigenen Geistes bedient und es nicht wagt den vom Establishment verhängten Vorgaben im Geiste zu widersprechen, und - wenn man es gar nicht lassen kann - es tunlichst leise, ohne Worte zu tun, nur im stillen Kämmerlein, im Keller, im Panikraum - sollte einer vorhanden sein - wo einen keiner hört, wo man dem Fortschritt des Establishments nicht im Wege steht.

Politische Korrektheit ist somit bloß ein Instrument die Kritiker zum Schweigen zu bringen unter dem Deckmantel der "Sicherstellung des sozialen Friedens", der jedoch nur bedeutet dem Establishment zuzusehen, wie es ungeniert regiert, und keine Kritik am Establishment, der herrschenden Klasse zu üben und aufkommen zu lassen, die schon lange überwiegend sich selbst dient, und wie über lange Zeit betrieben, über die Agenten des Gutmenschentums mit dem Establishment im Rücken, weil sie dessen Meinung, Ansicht, auf der Straße, in den Lokalen, Cafés, Kaufhäusern, Zusammenkünften aller Art vehement vertreten, und jeden Abweichler im Umfeld ermahnen und verbessern.

So bedienen sich Politische Korrektheit und ihre Vertreter Methoden der Bespitzelung und zögern nicht lange im Falle kritischer Töne seitens all jener, die etwa anderer Meinung sind, diese zurückzupfeifen, zu maßregeln und als sonst was zu bezichtigen.

Dies erfolgt(e) alles unter dem Titel der Wahrung der Demokratie, des Friedens, des sozialen Friedens und der Ordnung, wodurch nur mit den besten schlechten Absichten der Unterdrückung von Meinungsvielfalt und von Kritik an den Mächtigen, am Establishment, über Jahrzehnte Tür und Tor geöffnet war.

Somit war und ist der Terminus "Politische Korrektheit" mit allem, was dazu gehört, ein "demokratiepolitisches Instrument", mit Hilfe dessen, unter dem Vorwand "der Wahrung der Demokratie", die Demokratie ausgehebelt wird oder zu einer Metternich-Demokratie verkommt, worin kein kritisches Wort fallen darf, nichts Kritisches über die Lippen kommen darf, niemand mehr was sagen darf, was ihm nicht endlos viele Berater vorgelegt haben, was nicht zuvor durch endlos viele Filter ging, um zu garantieren, dass am Ende ja nichts mehr rauskommt, außer ein nivellierter Einheitsbrei, der berechenbar und sicher ist, so berechenbar und sicher, dass das Establishment, die herrschende Kaste und ihre Politik und Staatsführung sicher nicht in Frage gestellt wird.

Politische Korrektheit kann demnach kaum als demokratieerhaltende Maßnahme angesehen werden, sondern als getarnt "demokratiefeindliches Instrument", das Machterhalt über auch medial betriebene gesellschaftliche Vereinheitlichung verfolgt, das Establishment schont, nicht mal vor Bespitzelung per Instrumentalisierung jedes willigen Bürgers zur Umsetzung der "Politischen Korrektheit"-Doktrin zurückschreckt und Staatsführung damit zur kritiklosen Stadtführung verkommen lässt, da "alle" kritischen Stimmen zum Schweigen gebracht wurden und werden.

Der Guide in dieser Stadtführung, Staatsführung mit Politischer Korrektheit, also das Establishment mit seiner etablierten medial verbreiteten Meinung, zeigt nur das bestmögliche Bild der Stadt, des Staats, und will nur das Posterfoto per Schönfärberei gesehen haben, verbannt alle Kritiker in den Keller.

So kommt dann doch bei Politischer Korrektheit, wie betrieben, das Bild in den Sinn eines mit Maulkorb versehenen und dazu noch unter Maulsperre leidenden mündigen Bürgers, der in einer Light-Version der im ostasiatischen Raum gelegenen, weltweit größten (kommunistischen) Diktatur lebt, mit Zensur und Bespitzelung all inclusive.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Dienstag, 19. September 2017

"Uns geht's gut!"

Menschen in der Öffentlichkeit, oft auch Politiker, generell also Menschen, denen es gut geht, sagen gern, "uns geht's ja eh gut", weil sie in ihrer unglaublichen Intelligenz, die geradezu überquillt und von fast nichts zu übertreffen ist, von sich auf die ganze Welt schließen, auf ihr Land, auf ihre Stadt, auf die Menschen, und eben genau jene, nennen wir sie "Uns geht's ja gut"-Menschen, werfen dann mit dem ausgestreckten "Mahnefinger" denen, welchen es auch gut geht, oft Politikern, die aus diesen und jenen Gründen für die Menschen sprechen, denen es jedoch nicht so gut geht - über die Politiker interessanterweise gemeinhin gern nur als "die Menschen" sprechen - strafend vor, sie seien Populisten.

Genau das rückt den Populisten in das für ihn schmeichelhafte Licht, dass er für die Menschen, denen es nicht gut geht, spricht und sich für sie einsetzt, während die, die anderen Populismus vorwerfen, davon sprechen, dass es "uns" eh gut geht, und verwechseln, dass es nur ihnen gut geht und ihrem unmittelbaren Umfeld, ihrer Welt, von der sie auf die ganze Welt schließen, von ihrer Bubble, der es auch deshalb gut geht, weil es so vielen nicht gut geht.

So verhelfen irrwitzig intelligente Menschen in der Öffentlichkeit, auch Staatenlenker gehören teils dazu - generell Exemplare eines ganz bestimmtes Typus Mensch - mit ihrer Ignoranz den Nöten der Menschen gegenüber, einer Kombination aus Unfähigkeit und Untätigkeit sugar-coated mit unglaublicher Intelligenz und Voraussicht, was sich in Formulierungen wie "uns geht's eh gut" zeigt, dem Populisten erst zur Macht und können als die Helfershelfer der Populisten angesehen werden, wenn auch wider Willen.

Somit und kurzum: Was bringt den Populisten letztlich an die Macht? Die Ignoranz der Macht, die ihm vorausgeht und den Weg bereitet, also der Mächtigen, die ähnlich der Aristokratie vor der Französischen Revolution Stück für Stück daran arbeiten, sich selbst abzuschaffen und vom Volkszorn eines Tages einen Kopf kürzer gemacht zu werden.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Montag, 11. September 2017

Krieg der Medien

Ein chinesisches Sprichwort lautet: "Mögest du in interessanten Zeiten leben." Und ich denke, wir leben in so einer Zeit.

Wir leben in einer Zeit, die an Polarisierung kaum zu übertreffen ist, aber so wie ich die Menschheit kenne, wird sie das auch noch schaffen. Und die Spannungslage, die zwei Fronten und Pole, stellen ein Sittenbild dar, wenn auch ein schauerliches und ruft daher Konstruktivisten, Ideologiekritiker sowie systemische Denker auf den Plan.

So verkünden die einen Nachrichtenstationen und Blätter - sie bilden die Mehrheit, jedenfalls derzeit noch - zu ein und demselben Vorfall die Fakten, die für sie die Wahrheit sind, also was man glauben soll. Die anderen Nachrichtenstationen und Blätter berichten ebenfalls über ein und denselben Vorfall, nur eben ganz anders, ziehen andere Schlüsse, präsentieren andere Fakten, eine andere Wahrheit, und drängen darauf, dass man ihnen Glauben schenkt.

Dazwischen befindet sich der ach so mündige Bürger, der Konsument, der stets weiß, wie's rennt. Er ist den medialen Marktschreiern relativ schutzlos ausgesetzt und in den meisten Fällen ihrer Propaganda letztlich ausgeliefert, hin- und hergerissen - es gilt ihn ans eigene Ufer zu ziehen. Beide Fronten in diesem Medienkrieg, in diesem Krieg der Medien, in diesem Krieg der Weltbilder, der Weltdeutungen, bezichtigen sich gegenseitig der Lüge, beschimpfen einander Teil der "Lügenpresse" zu sein, also Fake News.

Doch alles, was als Fakt erscheint, rüberkommt, präsentiert wird, ist bloß der für wahr angenommene Ausschnitt der Wirklichkeit mit den daraus gezogenen Schlüssen und daher hochgradig von der Interpretation und der "Standortgebundenheit der Erkenntnis" (Wissensoziologie - Max Scheler, Karl Mannheim) sowie dem "Vorverständnis" und "Vorwissen" (Martin Heidegger, Hans-Georg Gadamer) desjenigen, der die Fakten bringt und desjenigen, der sie vernimmt, abhängig, auch wenn man davon, wie viele Medienkonsumenten, nichts weiß.

Wenn man also Ideologie und die dahinterliegenden Interessensgruppen, die sich über Nachrichtenstationen und Blätter gerne Gehör verschaffen und ihrem Dafürhalten nach sich selbst als die Guten (friend-foe-scheme) erleben und ausgeben - mit der Wahrheit im Köcher, die in Wahrheit getränkten Pfeile auf die Ungläubigen, die Andersdenkenden mit Inbrunst abfeuern - also ihre Propaganda und Manipulation der Massen betreiben - für "das Gute" versteht sich - in der Lage ist wegzudenken, auszublenden, wird für den geneigten Leser eines sichtbar: Auch wenn die Manipulation der Massen durch dahinterstehende Interessensgruppen kein neues Phänomen ist, sie im 20. und 21. Jahrhundert nun durch neue Massenmedien eine viel invasivere Dimension erfahren hat, drohen gerade im Westen, der sich selbst für die entwickelte Welt hält, durch das hochpolitisierte Sperrfeuer so vieler in führenden Nachrichtenstationen und Blättern, die Früchte der Aufklärung, das "Sapere Aude!" (Wage es deine Weisheit zu gebrauchen!), bei diesem medialen Kriegsgetöse auf der Strecke zu bleiben.

Und ironischerweise gerät gerade die Vorherrschaft der Mehrheit der etablierten Medien, die nunmal sicher nicht rechts ist, just in der Phase massiv ins Straucheln, an dem das über Jahrzehnte betriebene Infragestellen von Autoritäten - die Maxime und Grundlinie vieler linker Gruppierungen - so weit gediehen ist, dass dieses kritische Hinterfragen von allem und jedem weite Teile der Bevölkerung erfasst hat, und die Kritik somit nun auch die etablierten Medien in ihrer bislang unangefochtenen Prädominanz erreicht hat, besonders durch Social Media und damit das Ausfransen der Informationskanäle und die Vervielfältigung und Verbreitung von Meinung.

Somit wurden die über lange Zeit eine Monopolstellung der Informationsvermittlung genießenden etablierten Medien, wenn sie auch ihre "Seid kritisch Millionen!"-Maxime auf konservative und traditionalistische Kräfte gerichtet hatten, die sie mit Bestrebungen wie Bildungsoffensiven und Demokratisierung damit richten oder zumindest ihrer Macht und Pfründe berauben wollten, selbst nun Opfer ihrer eigenen Revolution, der permanenten Revolution, die nun eben auch ihre Kinder, ähnlich der Französischen Revolution, als etablierte links gerichtete Medien, auffrisst.

Wenn man all das für einen Moment aus der Gleichung ausklammert, bleibt einfach nur, dass sowohl die eine Seite, die einen Nachrichtenstationen und Blätter, mit ihren dahinterstehenden Interessensgruppen, deren Ideologie, Werthaltung und Weltbild, als auch die andere Seite, die anderen Nachrichtenstationen und Blätter, mit wiederum dahinterstehenden Interessensgruppen, mit deren Ideologie, Werthaltung und Weltbild, verzweifelt und vehement um die Aufmerksamkeit der Zuseher, Leser und Konsumenten buhlen.

Denn auch der Linkste all jener Schreiberlinge, der Linkste all jener Sender und das Linkste all jener Blätter, so links er und sie auch immer tönt und sich gibt, ist dennoch eingebunden ins kapitalistische System und muss sich irgendwie, ob direkt oder indirekt finanzieren, und das geht nunmal am besten durch die Clickrate, die auflagendienliche mediale Effekthascherei und die Befriedigung von Sensationslust, sowohl der eigenen als auch der Rezipienten, und schlicht durch die bewusste oder unbewusste Selbstinstrumentalisierung für eine wie auch immer geartete politische Agenda, während man sich als neutral sieht und die eigene Wahrnehmung, die eigene Interpretation des Geschehens für objektiv hält, für die Wahrheit ausgibt und ständig von Fakten spricht, und etwa ganz auf Konstruktivismus, Erkenntnistheorie, Ideologiekritik, Cartesianismus, sowie auf das Augenscheinliche im Museum der Wahrnehmung und die Erkenntnisse der menschlichen Biologie vergisst, worin bekannt ist, dass wir die Dinge nicht so sehen, wie wir sie sehen, sondern auf dem Kopf stehend, und erst unser Intellekt, unser Verstand, das Bild, das wir mit unseren Augen sehen und für wahr halten, dieses Bild umdreht, das wir dann für wahr halten, für die Wahrheit, für fest und manifest, als wäre es wirklich so, und nicht auf dem Kopf stehend, obwohl es nichts anderes ist als unsere Konstruktion.

Und weil so viele davon nichts wissen und viele davon nichts wissen wollen, sind sie felsenfest auf einem politischen Kreuzzug, im Zuge dessen sie sich im Recht wähnend die Wahrheit, die Fakten, die Objektivität in die Welt bringen wollen, der Welt, zu der wir (spätestens seit Immanuel Kant) keinen unmittelbaren, also direkten Zugang haben, sondern der durch unsere Wahrnehmung verfälscht ist, wovon wir wüssten, wären wir gebildet und nicht nur informiert von der einen oder der anderen Informationsquelle, ergo Nachrichtenstationen und Blätter.

Da dem aber im Regelfall nicht so ist, die meisten sich für gebildet halten und oft auch noch durch Universitäten gestützt "selbstimmunisiert" (Ernst Topitsch) werden, missbrauchen so viele die Medien für ihre unlauteren, unethischen Zwecke und ziehen, wie so viele in den Medien heutzutage, hochpolitisiert und mit Schaum vorm Mund, der Hetze verschrieben, gegeneinander in den Krieg, obwohl sie gut daran täten nicht auf die medialen Kriegstrommeln zu schlagen, sondern ihre klaffenden Bildungslücken zu schließen, womit sie ein Leben lang zu tun hätten.

Vom ideologiekritischen Standpunkt aus gesehen ist es hilfreich, wenn man Fake News wahrnimmt und über entsprechende Gegenmaßnahmen nachdenkt, mindestens eine 3-Teilung zu treffen, gestaffelt nach dem Schweregrad der sozialen Beeinflussung bzw. des daraus entstehenden Schadens für die betroffene Person/Gruppe.

Mein zur medialen Selbstkritik anregender Vorschlag eines "Fake News Identification and Analysis Systems" (FIA-System) formuliert folgende 3 Kategorien (Cat.1/Cat.2/Cat.3), aufbauend auf dem Cat.0 - Basiswert als Referenzgrundlage - die die Abweichung von diesem weitgehend neutralen Basiswert Cat.0 beschreibt:

  • Base Value Cat.0 - Weitgehend neutrale Darstellung - ausgehend vom wissenschaftlich-redlichen Versuch eine neutrale Sicht (Cat.0) auf eine Person, eine Gruppe, ein Ereignis, eine Situation unter Vermeidung von vorgefassten ideologisch gefärbten Unterstellungen. Diese Kategorie, die selbst nicht in die Kategorisierung der Fake News fällt, sondern sich um eine 360°-Beschreibung von Personen/Ereignissen bemüht, ist als Referenzgrundlage Cat.0 in die Systematisierung einzuführen und für folgendes Referenzsystem der Kategorisierung der Fake News in Cat.1/Cat.2/Cat.3 heranzuziehen.
  • Fake News Cat.1 - Subtile Fake News: Fake News, die im öffentlichen Bereich ideologiegeleitet (subtile) Manipulation zur Sicherung etablierter Deutungshoheit über Massenmedien betreiben, aber auch über Soziale Netzwerke (Bots) veröffentlicht werden.
  • Fake News Cat.2 - Persönliche Diffamierung/Üble Nachrede: Soziale Phänomene der Ausgrenzung (Mobbing), wie in Schule/Beruf, über Social Media mit der Absicht eine bestimmte Person bzw. konkret gefasste Gruppe persönlich zu diffamieren und in ein gesellschaftlich schlechtes Licht zu rücken.
  • Fake News Cat.3 - Crime Fake: Frei erfundene Unterstellungen krimineller Handlungen auf Basis von ins Kriminelle weitergesponnenen Anschuldigungen.

Die Grenzen zwischen den formulierten Kategorien sind fließend und können in Zwischenstufen differenziert werden, was etwa bei Cat.0.5 News bereits eine tendenzielle Berichterstattung bedeutete. Doch die Fake-News-Forschung steht erst am Anfang.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Mittwoch, 6. September 2017

Wenn die Demokratie zur Diktatur wird

Früher oder später wird es weitgehend Zensur geben und zwar nicht in der klassischen Diktatur - an die jetzt viele denken mögen, nein, da gibt es sie schon, hat lange Tradition - sondern in der Demokratie, in der hochgelobten Demokratie, und zwar mit dem Zeitpunkt, an dem die Menschen die Bildung, oder sagen wir das Wissen, das sie genossen, zu sehr anwenden, also zum Hinterfragen nutzen. Das ist dann der Zeitpunkt, an dem das Hinterfragen zu weit geht, an dem das Hinterfragen genau so demokratiezersetzend eingestuft wird wie etwa terroristische Aktivitäten. Und vom wem?

Die Rede ist von den jeweils Regierenden, da zu diesem Zeitpunkt im Zuge des Hinterfragens, das es wert ist so genannt zu werden, auch diejenigen ausgiebig hinterfragt werden, die in der Demokratie das Sagen haben, die die Informationen verbreiten, das Wissen erzeugen, die Bildung vermitteln und ironischerweise die längste Zeit zum Hinterfragen anregten, weswegen sie dann, wenn sie selbst hinterfragt werden, den Hahn schnell zudrehen, von Fake News sprechen, weil ihnen die Deutungshoheit aus den Händen gleitet, womit sie, unter dem Vorwand die Demokratie bewahren, retten zu wollen, doch nur um ihre eigene gepflegte Haut zu retten, die Demokratie zur Diktatur mutieren lassen, zur Diktatur der Fakten, die ihrer Aussage gemäß der Meinung entgegen stehen und damit die Meinung wieder unterdrücken.

Doch die Fakten, liebe Leute, sind letztlich nur die etablierte Meinung derer, die oben sitzen und es so gesehen haben wollen, wie sie es uns sehen lassen wollen. Sie nennen es 'Fakten' und alles andere, was von ihrer Sicht abweicht, demgemäß 'Unwahrheit' oder gar 'Lüge'. Das müssen Sie mir nun übrigens nicht glauben, denn ich spreche nicht von Fakten, sondern bloß von meiner Meinung und Einschätzung.

So ist der Vorwurf der Fake News nur ein Propagandainstrument zum Zwecke des Machterhalts und letztlich eine Folge der Demokratisierung, und der Wissensdemokratisierung, worüber jeder so weit ermächtigt wird, dass jeder 'alles' weiß, oder über das Internet jeder zum Experten wird, Experte in 'allem', keiner mehr Experten der herkömmlichen Art braucht, Experten somit ihre Funktion, ihre Rolle, ihre Macht einbüßen, ihr Monopol auf Wissen, das ihnen garantierte, dass es ohne sie nicht geht, dass man sie braucht, dass man nicht um sie herumkommt.

Der Vorwurf von Fake News ist also ein selbstgeschaffenes Resultat derer, die es nun kaum fassen können, dass ihnen die Felle davonschwimmen und sich die auf ihr Betreiben gebildeten Massen nun gegen sie richten, indem sie ihnen nicht mehr ungeschaut aus der Hand fressen, nicht mehr unkritisch alles schlucken und nachbeten, was sie ihnen die längste Zeit vorkauten und predigten. Sondern die erstarkten Massen hinterfragen sie nun, hinterfragen also diejenigen, die die Informationen bringen, die bislang weitgehend unangefochten das brachten, was man glauben sollte, und nun 'plötzlich' hinterfragt aus allen Wolken(städten) fallen, die sie bevölkern, weil sie nicht damit rechneten, dass die von ihnen (aus)gebildeten Massen irgendwann das propagierte Hinterfragen auch auf sie anwenden und anfangen würden zu fragen, warum man das, was sie ihnen bringen, denn glauben sollte.

Damit einher geht, dass nicht nur diejenigen, die die Informationen verbreiten und einander der Fake News bezichtigen, hinterfragt werden, sondern auch die, die das von jenen eben Genannten verbreitete so 'hochgeschätzte' Wissen erstellen, an Instituten, an Universitäten ausbrüten. Sie werden nun ebenso hinterfragt, und auch dahingehend wer ihre Auftraggeber sind, wer hinter ihnen steht, für die sie das Wissen erzeugen oder besser lukrieren, da die Freiheit der Wissenschaft, sofern sie denn je bestand, seit der Einflussnahme von Konzernen auf Institute und Universitäten zu Grabe getragen wurde und damit die Vielfalt in der Wissenschaft, und letztlich im Geiste und der Gesellschaft, auf die Vermarktung, die Vermarktbarkeit von Erkenntnis reduziert wird, Kreativität auf Innovation, und so nur mehr das unmittelbar amortisierende, der schnell zu Geld machbare Gedanke und nur eine eben solche Forschung von multinationalen Konzernen finanziert wird, von denen immer mehr Institute und Universitäten kontrolliert werden.

"Einflussnahme hat's immer schon gegeben!" - bitte keinen historischen Fehlschluss begehen - doch die Akkumulation des Kapitals und damit die Konzentration der Macht auf immer weniger verbleibende Konzerne, in einer Fusionsschlacht, führt dann zu einer exponentiell zunehmenden Akkumulation der Einflussnahme. Der Amerikanisierung der Wissenschaftswelt auch am europäischen Kontinent sei 'Dank', die suggeriert (Turbo-)Kapitalismus nicht als Ideologie anzusehen, und ihn daher als alternativlose, faktengestützte, realitätskonstituierende - glaubt man den sogenannten Experten - geradezu naturgesetzliche Wahrheit anzusehen und zu akzeptieren, und nicht als bloße soziale Konstruktion, die der Kapitalismus nun mal ist.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Sonntag, 3. September 2017

Gut bezahlte schlechte Arbeit

Wir werden von einer Wirtschaftselite regiert, die Politiker vorschiebt die Verantwortung für die Taten, das Fehlverhalten dieser Wirtschaftselite zu übernehmen, währenddessen jene Elite im Hintergrund bloß in Zahlen denkt und daher in ihrer Kurzsicht darauf fokussiert ist die Kosten klein zu halten, damit die Qualität zu senken, und die so die großen Probleme von morgen schafft. Nur dass wir uns richtig verstehen - für so viele Bereiche gilt: Die Kosten im Einzelnen klein zu halten, schafft die großen Probleme von morgen für die Vielen.

Weil geprägt von Sunzis Die Kunst des Krieges nun jene Wirtschaftskaste bestehend aus Betriebswirten, die zwar von Betrieben, Konzernen und deren Überleben etwas verstehen - wie am besten der für sie "feindlichen Umwelt" alles abzuverlangen, herauszureißen ist, wie Gewinne zu privatisieren und Verluste zu verstaatlichen, wie Staaten gegeneinander auszuspielen sind, stets mit der Drohung beim Hinterfragen ihnen aufgezwungener Bedingungen in ein anderes Land, in ein Land der (noch) Willfährigen abzuwandern - doch nichts von den Menschen versteht, von der Gesellschaft, den Zusammenhängen, also nicht systemisch denkt, sondern fraktioniert und partikulär, reduziert diese Wirtschafts(krieger)kaste, die ganze Gesellschaft mit ihren Standards, das Miteinander, auf Kennzahlen, die es, was die Kosten betrifft, aus ihrer Sicht um jeden Preis klein, gering zu halten gilt.

Doch übersieht diese Wirtschaftskaste dabei (wohl ganz bewusst) einen wichtigen Punkt: Menschen kosten. Sie sind kostbar; und in Systemen lohnt sich vieles, was teuer ist, auf lange Sicht, und vieles, was billig ist, hält nicht allzu lange. Weil sich nun diese Wirtschaftselite dessen bewusst ist, es aber nicht wahrhaben will, könnte man meinen, dass so viele Wirtschaftslenker um jeden Preis diesen Kostenfaktor zu eliminieren versuchen, nicht indem sie menschenwürdige Lösungen für alle anbieten, sondern bloß für wenige, und immer weniger, und die Kosten unter allen Bedingungen drücken, indem sie den Vielen erst die Jobs, dann die Würde und das Leben nehmen.

Und weil die ganze konzertierte Malaise aufeinander abgestimmt sein will, treffen sie sich zur Besprechung und Planung alljährlich in Davos, Alpbach und in Jackson Hole, wo sie am kollektiven "Schwarzen Loch" werkeln, in das sie die Legionen der Armen stürzen, die Überreste der Mittelschicht abrutschen lassen und verscharren, ein Schwarzes Loch, das sie zuvor die, die ihnen ergeben dienen, ihre Politik verteidigen, für sie schaufeln lassen, um ihnen erst am Schluss den Todesstoß per Tritt zu verpassen und sie wissen zu lassen, dass auch sie als die braven Diener ihrer mehr als vermögenden Herren nicht und niemals in deren Gated Community Platz finden sollten.

Wer nun sagt, dass dieses Schwarze Loch, in das die Mehrheit der Menschen wegen jener Wirtschaftselite schlittert, zu schwarzgemalt ist, den frage ich: Was rechtfertigt die fürstliche Bezahlung dieser Elite, wenn sie trotz oder gerade wegen ihrer "Kompetenz" und "guten" Ausbildung an diesem immer mehr in Schieflage geratenden Schiff, auf dem wir uns befinden, nichts ändern wollen oder können? Und wer nun fragt, wer, wenn nicht jene Elite sollte uns, das Erdenvolk, regieren? Den frage ich zurück: Warum sollte man jener Wirtschaftselite weiter vertrauen, weiter folgen, sie weiter machen lassen wie bisher, wenn sie doch über die Jahre erfolgreich unter Beweis gestellt hat, im besten Fall, in der bestmöglichen Auslegung ihrer Motive mit der Lage völlig überfordert zu sein? Denn wie sie Jahr für Jahr erneut beweist: Einen derart schlechten aber sehr gut bezahlten "Job", als Funktionär dieser globalen Elite, könnte wohl wirklich jeder machen.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Sonntag, 27. August 2017

Die Spirale der Ungleichheit

Ich sage nicht, dass die führenden Wirtschaftslenker nicht wüssten, was sie tun, die EZBler, FEDler, Weltbänkler und sonstigen leitende BWLer führender Konzerne, in Börsen und Handelsorganisationen und dergleichen - Sie haben wohl meinen Punkt erfasst - denn dafür sind sie zu kompetent in dem, was sie tun. Ich sage nur, dass das, was sie tun, nur wenigen dient, und immer weniger, dass also die Probleme, die wir haben, aufgrund der Kompetenz dieser Personen bestehen, das heißt, dass die Kompetenz jener führenden Personen dazu führt, dass die Massen verelenden, da der Eid, den jene Personen geschworen, als sie das Amt zugeschanzt bekamen und antraten, verbunden ist mit ihrer Verantwortung dem Geld gegenüber, um jeden Preis, und nicht den Menschen gegenüber besteht.

So haben wir viele Probleme weltweit nicht wegen der Inkompetenz jener führenden Personen, sondern gerade wegen ihrer Kompetenz, und weil die aktuell führenden Personen in diesen Positionen, asozial bloß dem Geld verschrieben, nur ähnlich Asoziale, denen sie vertrauen, von Elite-Unis, wo sie sicher sein können, was für eine asoziale Qualität sie sich holen, in diese weltweit führende Kaste an asozialen Elementen, Betriebswirten und Co. hineinhieven, und so mit ihnen diese Spitzenpositionen der Finanzwelt besetzen.

Bei jenen, dank Elite-Unis und leitenden Personen in diese Top-Positionen stets nachrückenden Asozialen, hilft es dann auch nichts, dass zumindest in deutschsprachigen Landen die Betriebswirtschaft wie so oft an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaft angesiedelt ist, da aus Sicht so vieler BWLer - und offenbar gerade jener in weltweit führenden Positionen - Soziologen und genau genommen auch Volkswirte, die Übrigen an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, als gefährlich sozial und nachhaltig denkend angesehen und eingestuft werden und damit verglichen mit ihnen als führende Betriebswirte sicherlich als zu wenig asozial wahrgenommen werden, womit man meinen könnte, dass die Zusammenlegung jener Studienrichtungen in die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät ein geschickter Schachzug jener ist, die die Wirtschaftswissenschaften, dominiert von der Betriebswirtschaft, damit für den Otto-Normal-Bürger weit sozialer darstellen wollen, als sie sind.

Kurzum (und alle, die es brauchen, mögen sich nun bitte aus dem von mir gebrauchten stilistischen 'Wir' einfach rausreklamieren): Wir haben also weltweit die Probleme, die wir haben, weil wir von einer Kaste von Betriebswirten regiert werden, deren führende Kompetenz darin liegt, die besten ihrer Branche zu sein, das heißt die Asozialsten zu sein, welche sich stets aus neuen Asozialen von Elite-Unis speisen und rekrutieren, damit die Lage der Welt nicht sozialer und gerechter wird, sondern immer asozialer und ungerechter, sich die Spirale der Ungleichheit exponentiell zunehmend abwärts dreht, also die Kluft zwischen Arm und Reich immer tiefer wird und sich Macht und Geld auf immer weniger Menschen konzentrieren, was immer mehr Menschen in die Verelendung stürzt.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Dienstag, 22. August 2017

Wie der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde

Die Herrschaft der Popen wurde im 20. Jahrhundert per Demokratisierung erfolgreich abgeschüttelt, und damit der unerbittliche Zugriff des Klerus. Die Menschen wissen nun und glauben nicht mehr, und kommen sich nicht zuletzt durch Smartphone+Co. unglaublich schlau vor. Dass sie dennoch alles, was sie scheinbar wissen, nur zu glauben wissen, das wissen sie oft nicht.

Auch wissen sie oft nicht, dass sie das, was sie von Wissenschaftern vorgekaut und vorgesprochen bekommen, bloß verdauen und nachplappern und dies nur tun, weil sie zuvor dem Klerus alle Autorität und Kompetenz entzogen und seither den Wissenschaftern zusprechen, die ihrerseits oft vergessen, dass sie an das, was sie Wissen nennen, auch glauben müssen, da ihnen sonst ihr ganzes schönes Wissen nichts nützt, nichts sagt, es nichtssagend ist.

Man muss also an Wissen glauben, damit Wissen Wissen wird. Glauben bekommt man nicht weg, nur weil man ihn den Popen und Pfaffen entzieht. Doch da viele das nicht wissen, steigt die "Intelligenz" der Menschen ins Unermessliche. Alles muss bemessen, berechnet werden. Was nicht berechnet, bemessen werden kann, durch Kennzahlen etc., das "gibt's auch nicht", gipfelnd in CNN's Mostly Human, worin Experten andächtig befragt - statt mit dem nassen Fetzen davongejagt -, ob sich Menschen in Roboter verlieben könnten, dies bejahen: "I feel like it's inevitable".

Wer wie jene Wissenschafter derart fortgeschritten ist, in ihrer Logik der Technizität so sehr steckt, trotz Überbevölkerung, obwohl es so viele Menschen gibt wie nie zuvor, niemanden abbekommt und sich dann auf die Roboter stürzt, auf deren Kreationen, ist es angesichts der Not und Verzweiflung aufgrund seines/ihres vielleicht verkümmerten jedoch existenten Fortpflanzungswunsches nachvollziehbar, aber dennoch seltsam, und wenn man jenen Wissenschaftern Sendungen widmet und sie zum Idol kürt, bedenklich.

All das wurde erst möglich durch den Machtverlust von Popen und Klerus mit ihrem eisernen Griff. Zu glauben die Menschen wären, wenn sie sich aus den Klauen der Kirche befreien, befreit werden, wirklich frei, ist naiv. Sie wurden nur von gewissen den Wissenschaften nahestehenden Kräften aus dem Griff der Kirche gerissen, nahtlos ins Glaubenssystem der Wissenschaft übergeführt und sind nun, über die letzten Jahrzehnte ungeheuer gebildet, fest im Griff der Wissenschafter, und nicht zuletzt in der Hand der Wirtschaft, der Auftraggeber der Wissenschafter, der Konzerne, die nur das finanzieren, was ihren Reichtum mehrt und ihre Macht ausbaut.

Aber das kennen wir doch von Popen und Klerus, wären wir gebildet und hielten uns nicht bloß für gebildet, weil wir von Wissenschaftern und Konzernen vorgekaute, vorselektierte, markt- und konzerndienliche Informationen, zu Wissen zusammengeschustert, an Fachhochschulen, Colleges und mittlerweile auch Universitäten erwarben.

Weil gerade die Menschen im Westen - und nicht nur im Westen vom Westen - mit jenen Informationen, über unkritische Medien gestützt und verbreitet, gefüttert, sich aufgrund akademischer Abschlüsse gebildet und über Smartphone+Co. ungeheuer schlau vorkommen, entgeht ihnen, dass seit dem Kontrollverlust der Kirche, mit ihrem unerbittlichen Moralkorsett, und ihrer unfreiwilligen Übergabe der Stafette der Macht an die Wissenschaft und Konzerne, sukzessive Begriffe wie Moral, Sitte, Anstand, Tugend auch nur anzusprechen selbst unanständig wurde, und Menschenrechte, im Wesentlichen die Erfindung der Linken, als Korrektiv ungezügelter Märkte angesichts der Gesetze des Marktes nicht recht greifen wollen.

Somit wurde zwar das Regulativ, die Moral des Glaubens, oft bloß die Furcht bei Fehlverhalten nicht in den Himmel zu kommen, ewige Höllenqualen zu erleiden, mit der Kirche im 20. Jahrhundert über Bord geworfen, doch naive Befürworter des Wissens, der Befreiung der Massen und dessen, dass mit Wissen Vernunft einhergeht und letztlich Ethik, ethisches Verhalten, machten offenbar die Rechnung ohne die Massen. Denn die Massen können oder wollen seit jeher nicht selbstgesteuert sein, wollen vielmehr irgendjemandem hinterherlaufen, am liebsten dem, der ihnen sagt, wo's lang geht, an den sie dann ihre sie so sehr belastende Verantwortung nur allzu gern übertragen.

So trat durch die Entmachtung der Kirche, gleichzeitige Befreiung der Massen und Bildungsoffensiven, nicht Vernunft und Ethik an die Stelle kirchlicher Kontrolle, sondern bloß der Markt in seiner entfesselten Form, der Turbokapitalismus.

Diese so strukturierten Märkte sollen nicht gestört, nicht durch Regularien beunruhigt werden, jedenfalls nach Auffassung vieler Politiker, sondern man hat als braver Bürger dem freien Spiel der Kräfte, den angeblich selbstregulierenden Märkten zuzusehen, wie sich dadurch immer mehr Marktanteile und damit Macht und Geld auf immer weniger Konzerne konzentrieren, während die Verelendung der Massen immer mehr, immer schneller, immer besser vonstattengeht.
Zudem ergeht an Philosophen, Theologen, Humanisten, all jene, die noch bei Trost sind, die Forderung sich gefälligst aus Dingen rauszuhalten, von denen sie nichts verstünden, die Märkte tunlichst nicht zu stören, sondern ungehindert schalten und walten zu lassen. Man solle sich viele brave Politiker zum Vorbild nehmen, die offiziell viel Geld dafür bekommen, sich rauszuhalten, wegzuschauen, den Anschein zu erwecken, sie vertreten das Volk.

In diesem Trauerspiel namens Globalisierung angeführt vom Turbokapitalismus, der über den Wegfall des Gegengewichts Sowjetunion (ohne diese zu rechtfertigen, hat sie dafür doch zu viel Dreck am Stecken) als hegemoniales Gesellschaftsmodell noch einen Turbo zugelegt hat, werden Begriffe wie Moral, Anstand, Sitte, Würde, Tugend eliminiert, weil sie der Akkumulation des Kapitals, dem obersten 1% bloß im Wege stehen.

Im global vernetzten System geht's bloß darum, dass Colleges, Fachhochschulen, Universitäten schnell unkritische Massen züchten, die rasch einsetzbar, fungibel, verwertbar, austauschbar sind. Weil nun jenen "Züchtungen", aufgrund ihrer systemisch beabsichtigt schnellen und gezielt schlechten Ausbildung, kaum Zeit zum Hinterfragen bleibt, entgeht ihnen, wie sehr ihre gewollt lückenhafte Ausbildung, auch Spezialisierung genannt - damit ja keiner den Überblick hat und gefährlich werden kann - ganz der Hire&Fire-Doktrin des Weltmarktes dient, plus Quick&Dirty-Qualitätsprinzip, worin der Einzelne nichts zählt, nur eine Zahl darstellt, nichts zählt als eine Nummer zu sein, ein ersetzbarer, jederzeit wegrationalisierbarer Kostenfaktor. Der Einzelne ist in dieser Logik wegwerfbar, im Turbokapitalismus, der vielen schadet und nur wenigen dient, worin der Einzelne hineingetrieben, ein Getriebener ist im Getriebe.

Obgleich es darin "immer mehr, immer schneller und immer besser" heißt, hat der Einzelne immer schneller immer weniger, nicht nur an Zeit, sondern auch am Teller, und ihm geht's immer schneller schlechter, zeitlich, psychisch, körperlich, von Lebensqualität ganz abgesehen, denn Qualität ist schlecht messbar.

Wir leben im Turbokapitalismus, der die Welt antreibt, vor sich hertreibt, der als Grundlage den Sozialdarwinismus hat, worin - als Selbstlegitimation - Anpassung ans System mit Intelligenz gleichgesetzt wird, weswegen Immoralität, Anstandslosigkeit, letztlich die "Gesetze der Gosse" salonfähig werden, jeder jedem jederzeit das Messer in den Rücken rammt, für einen kleinen Vorteil, den er daraus zieht, sich dadurch auch noch für intelligent, schlau etc. hält und dafür gesellschaftlich ein Schulterklopfen bekommt, because he seized the opportunity.

Damit geschieht eine Nivellierung der Welt aufs ethisch höchst bedenkliche unterst denkbare Niveau. Die Gesetze des Marktes sind bloß die Gesetze der Straße, und die, die sie verfechten und verteidigen, bloß gnadenlose Naturrechtler, Totbeißer, wenn auch in Anzügen, und ich habe bei Leibe nichts gegen Anzüge, die tragen nämlich keine Schuld, anders als viele, die sie tragen.

So wird im Turbokapitalismus auf Hochtouren nur der niederste Trieb bedient, die Schwellenländer, allem voran China, geben den Takt vor, dass alle Welt (wieder) deren Arbeitsbedingungen bekommt. Kontrollmechanismen, sofern entwickelt, werden ausgehebelt und Sozialdarwinismus geadelt und belohnt, indem durch die fatale Gleichsetzung, Anpassung=Intelligenz, den Massen vermittelt wird sich an ein solch asoziales System anzupassen sei intelligent, angeführt von äußerst asozialen, gemäß dieser Logik äußerst intelligenten Subjekten, die innerhalb der Gesetze die Märkte und damit die Gesellschaft kontrollieren, Gesetze, auf die ihre Lobbyisten laufend maßgeblich Einfluss nehmen und damit deren Treiben legitimieren. Jene müssten sich äußerst dumm oder "knauserig" anstellen, um jemals mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Aus Sicht der Konzerne, Lobbyisten+Co. heißt's: "Ach, wie gut, dass niemand weiß...", dass sie die eigentlich Asozialen sind und niemand von diesen Zusammenhängen weiß. Und ich sage mit Homer's Polyphem aus Odysseus: Es war "Niemand"...
"Niemand" wusste es, und damit wusste es zumindest einer. Ich denke, es gibt da draußen viele Niemands, die klar sehen, oder es zumindest ahnen, was vor sich geht.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Donnerstag, 20. Juli 2017

Kumbaya

Globalisierung, oder vielmehr die von vielen Seiten sowie auf vielen Seiten von zahlreichen Blättern und Medien propagierte Bilderbuch-Seite der Globalisierung in Form von 'die Welt wächst zusammen, Grenzen werden geöffnet, überwunden und aufgehoben, die Welt wird vernetzt, die Welt wird zum Dorf, die Welt wird zum vernetzen Dorf', frei nach der Maxime 'Wir haben uns doch alle so lieb', ist der kläglich durchschaubare Versuch gewisser Eliten die Welt, die Völker dieser Welt, dazu zu bringen, dass sie sich mögen, während erst vor ein paar Jahrzehnten sie sich noch mit Vorliebe, was sag ich voller Begeisterung die Schädel eingeschlagen haben, dem Stand ihrer Bewusstseinsentwicklung entsprechend, natürlich raffinierter als mit Stock und Stein, also mit ausgereifter Technologie und dergleichen.

So tun viele auch nur bei diesem Schauspiel - nennen wir es Globalisierung - mit, weil es wegen der Verbreitung der Atomwaffen, die nun viele auch noch so kleine Mächte haben - würde es zu einen richtigen Krieg kommen, wie wir es über die Jahrtausende gewohnt sind - ein relativ kurzer Krieg werden würde, jedoch mit langen Auswirkungen, und man würde uns noch weit aus dem All heraus sehen, strahlend wie wir sind.

Im Wissen darum hat sich die Mehrheit der Menschheit mit ihren Nationalismen darauf konzentriert den Anderen, wenn auch nicht atomar, mit allen anderen Mitteln fertig zu machen. Die Rede ist davon, dass die Globalisierung großteils nichts anderes ist als die Verlagerung des Krieges vom Schlachtfeld auf die Wirtschaft und ihre Felder, auf die Märkte, die Börsen, auf den Welthandel, der jedoch nichts anderes als ein Schlachtfeld ist, der, wenn auch nur wirtschaftlich, ganze Nationen in die Knie und Knechtschaft, also letztlich in die Sklaverei zwingt und sie dort in Fesseln hält.

Und dies geschieht, während gewisse Leute - man nennt sie auch Schönredner, Schöngeister, die vielleicht sogar damit erfolgreich sind - nicht nur sich, sondern auch vielen anderen entsprechend Vorbelasteten, die auf ihr Rosabrillen-Gedöns stehen, darüber hinwegtäuschen und weismachen, dass wir uns alle lieb haben, und wenn noch nicht, dass wir uns alle lieb haben sollen müssen, in Verkennung dessen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten und ein paar Generationen sie einander abgeschlachtet haben, und sich auch heute noch die Mehrheit der Menschen am liebsten direkt am Schlachtfeld bekriegt, oder wenn sie das nicht kriegt, einander auf den Feldern des Welthandels ausbeutet und natürlich in den Spielhöllen, vor den Schirmen über Tötungssimulationen, auch bekannt als Ego-Shooter, oft vom Militär zur Angewöhnung und subtiler Rekrutierung bereitgestellt und gefördert, sowie im Ring, am Spielfeld, in den Arenen der Stadien, stellvertretend durch Gladiatoren, die verkauft werden, wir nennen sie Legionäre, einander liebend gern vernichtet und das Gesicht des Anderen in den Dreck drückt.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemischer Analyst und Philosoph

Freitag, 7. Juli 2017

Vernetzung hat viele Gesichter

Wir leben in einer Welt, in der zunehmend alles vernetzt wird, verknüpft, verbunden, und wie wir wissen, ist in einer Welt, in der alles vernetzt ist, oder sagen wir, Vernetzung alles ist, die Verbindung alles und nicht nur die gute, die schnellere Verbindung, sondern auch einen guten und schnellen Draht zu den Mächtigen zu haben, denn Vernetzung, Verbindung, ist nichts anderes als Beziehung, und die ist bekanntlich alles.

Somit verhindert die zunehmende Vernetzung nicht Korruption oder Finanzbetrug, sondern fördert sie sogar, indem Vernetzung Geschenkgeber und Geschenknehmer, aber auch Kunden und Betrüger zusammenbringt, und zwar immer besser und schneller, glasfaserschnell. Das sollte glasklar sein. Denn die Überweisung auf ein Offshore-Konto etwa auf die Cayman Islands dauert nur den Bruchteil einer Sekunde.

Natürlich ermächtigt, beschleunigt dieser Prozess auch die, die was gegen Korruption und Finanzbetrug einzuwenden haben. Aber die Grundannahme ist ja bei vielen, dass es wegen der zunehmenden Vernetzung auch zunehmend weniger Korruption und Finanzbetrug gäbe, weil eine oberflächliche Betrachtung von Vernetzung diese mit Transparenz und der Möglichkeit der Kontrolle durch die Vielen gleichsetzt. Doch mal ehrlich, die Vielen sind nicht an dem Punkt, dass sie Korruption und Finanzbetrug verhindern könnten, sondern sie sind meist nur passive Nutzer der Technologie und Vernetzung. Also jagen nur technologisch hochaufgerüstete Korruptionsjäger immer besser und schneller die ihrerseits immer besser und schneller vernetzt agierenden Korrumpierten und Finanzbetrüger, was die Jäger aber dennoch hinterherhinken lässt.

Somit ist Korruption und Online-Finanzbetrug durch Vernetzung verhindern zu wollen das überaus intelligente Bestreben überbordend intelligenter Menschen in Charge, die nicht beachten, dass Vernetzung ein Wesensmerkmal von Korruption und die Voraussetzung jedes Online-Finanzbetrugs ist und diese nur verhindert werden könnten, wenn die direkte Vernetzung der Menschen aufgehoben werden würde, oder zumindest unter Kontrolle gestellt wäre. Wenn Sie mir nun in die Wildnis Nordkanadas folgen wollen, wo sehr wenige Menschen leben und diese auch kaum online vernetzt sind, wird augenscheinlich, dass der dort vereinzelte Mensch um den Grad er keine Verbindung zum anderen hat, weil er schlicht hunderte Kilometer vom nächsten Menschen entfernt ist, kaum von den negativen Aspekten der digitalen Vernetzung betroffen ist.

Je weniger Verbindung und Vernetzung, desto weniger Korruption und Online-Finanzbetrug, weil die technologische Möglichkeit dazu fehlt oder sehr gering ist. Was im Gegensatz dazu diese Analyse für die vernetzte Wissenschaft, vernetzte Wirtschaft und die vernetzte Gesellschaft bedeutet, dies, liebe/r geneigte/r Leser/in, sich auszumalen überlasse ich nun ganz Ihrer Intelligenz. Auch die Akkumulation von Kapital bedient sich dieser Vernetzung, und das führt auch zur Akkumulation der Macht in den Händen immer weniger, die dadurch immer mächtiger werden.

So droht auch wirtschaftliches Fehlverhalten bzw. die implizite oder explizite Übervorteilung von Kunden durch Groß-Konzerne von den Betroffenen immer mehr ohnmächtig hingenommen zu werden. Denn der einzelne Kunde, der sich in dieser Sache an einen Anwalt oder Staatsanwalt wendet, erfährt nur allzu oft, dass auch diesen wegen personeller, zeitlicher und finanzieller begrenzter Mittel die Hände gebunden sind gegen Groß-Konzerne vorzugehen. So sehen sich jene Vertreter des Rechts oft auch nicht mehr in der Lage aufgrund der internationalen Komplexität des Vernetzungsgrads des Großkonzerns sich diesem für das Wohl des Klägers entgegen zu stellen. Dazu kommen noch Hundertschaften an Anwälten auf Konzernseite, die diese Klagen abwehren.

Daher können nur mehr Instanzen wie der Europäische Gerichtshof dem einzelnen Geschädigten gegen multinationale Konzerne Schutz geben. Hierin läge aus meiner Sicht eine der wesentlichsten Aufgaben der Europäischen Kommission als ebenfalls multinationale Institution zum Schutz des Bürgers gegen multinationale Konzerne aufzutreten, die sich sonst anscheinend in vielen Angelegenheiten vor niemandem mehr rechtfertigen wollen und müssen.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemischer Analyst und Philosoph

Donnerstag, 4. Mai 2017

Das Ende der Globalisierung - Die Welt wird zum Kaff

Ich bin selbst nicht erfreut über nationalistische Reflexe, in Form von nationalistisch motiviertem Patriotismus, Protektionismus, Isolationismus und letztlich blankem Nationalismus, und gestehe es den sogenannten Linken zu, dass sie sich davor fürchten und dagegen Sturm laufen, und gönne ihnen daher jede erdenkliche Form ihrer Ängste. Sie sollen sich darin ergehen, wie sie wollen. Doch wie bitteschön haben sich diese linken Kräfte, diese sozialistische bis kommunistische Internationale, die in weite Teile der westlichen Kultur eingegangen ist und sie maßgeblich bestimmen, vorgestellt, würde es weitergehen? Würde es immer so weitergehen?
Ungehinderte, unregulierte Globalisierung, wo zwar nicht Nationalismen im Vordergrund stehen, dafür aber um so mehr der Markt angetrieben von blanker Gier in Form von weltweit aGIERenden Konzernen, die nichts anderes erkennen lassen zu kennen als ihre Profitmaximierung und ihren Shareholder Value, war die letzten Jahrzehnte am Werk.
Und die Linken in ihrer Naivität glaubten offenbar es ginge darum, dass die Welt zum Dorf werde, zusammenwachse, Grenzen überschritten und Austausch gepflogen würde, und übersahen in ihrer schöngeistigen Bubble darüber ganz, dass tatsächlich Grenzen überschritten wurden, Kapitalaustausch gepflogen wurde und das Kapital akkumulierte in einer schier noch nie dagewesenen Form.
Somit weil die Linken, selbst im rechten Gewand, die längste Zeit die Akkumulation des Kapitals nicht in den Griff bekamen und die mit ihnen in Liaison stehenden global agierenden Konzerne als Vorhut bereits alles auffraßen, sich einverleibten und den Rest vernichteten, blieb im Zuge der globalen Umverteilung von Reich zu noch Reicher am Ende den ehemals reichen Nationen des Westens, die nun ausverkauft darniederliegende und deren Reichtum in die Hände einiger weniger unregulierter Mächte und Länder und darin auch nur der Eliten und gewisser Personen fiel, nur der nun weltweit zu beobachtende nationalistische Reflex, der zwar nicht schön, aber nachvollziehbar ist.
So haben die Linken an der Macht, selbst in den rechten Parteien, letztlich durch ihr Nichtstun, ihr nicht Eingreifen den freien Markt schalten und walten lassen, wie er wollte, ihn in seiner Entfesselung maßlos unterschätzend und auf seine selbstregulierenden Kräfte blind vertrauend den Konzernen die letzten Jahrzehnte in die Hände gespielt und dem Versuch der Menschen ihre Grenzen zu schließen, sich auf sich, ihre Nation und ihre Ethnie zu besinnen und zu reduzieren, und ihr letztes Hab und Gut vor der Welt zu retten, also den heutigen weltweit zu beobachtenden populistischen Gegenreaktionen, dem nationalistischen Reflex der von ihnen in weiten Teilen im Stich gelassenen Bevölkerung den Weg bereitet.
Es ist abzusehen und vorprogrammiert, dass sich die Mehrheit der Menschen auf Dauer nicht ihrem vom linken Henker für sie gewählten Schicksal ergeben werden, der sie ausverkauft, und ihnen nahelegt, dass es so sein müsse, dass sie immer ärmer werden und die Welt reicher, und sie sich in der westlichen Welt entweder schon jetzt oder sehr bald nichts mehr leisten können werden, weil ihre Reserven aufgebraucht und nicht mal am Horizont ein Job in Sicht ist.
So agieren Linke an der Macht ganz so, als könnte man auf die Moral der Konzernchefs vertrauen, einer Moral, von der ja so viele Linke so wenig halten, und darauf, dass diese ihren Reichtum, ihre Milliarden wieder in die Gesellschaft einleiten und der Gesellschaft durch Jobs und Wohlstand etwas zurückgeben würden, und nicht ad nauseam von der Gier getrieben raffen.
Wohl eher das Gegenteil ist der Fall, sodass man sich in diesem Punkt nicht auf die Moral, sondern auf die Märkte, auf die Akkumulation des Kapitals und die Raffgier der Konzernchefs ganz und gar verlassen kann und natürlich auf die schöngeistige Naivität der Linken in Charge, die zielsicher die Rechnung ohne die Konzerne machen.
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemic Analyst and Philosopher

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Brussels Calling

The re-vote of the 2nd Austrian presidential election took an unexpected twist in the last days before December 4th, unexpected for the majority of analysts. But the continuous storyline for months is much more interesting than that. So according to the official statements Dr. Alexander Van der Bellen won the Austrian presidential election on December 4th. In many eyes this represents a win for the democratic forces.
The sad thing about it is, how the election was won, in other words, what led to the victory of Dr. Alexander Van der Bellen, since the media has played an influential role in this whole election cycle for many months, and it obviously seemed to be necessary for most journalists and media experts to more or less act as campaigners for Dr. Alexander Van der Bellen in effort to make sure that he will win this presidential election.
To argue that a tendentious media helping one candidate into the office and doing everything within their power to impede the other is a win for democracy is at least highly questionable in terms of democratic understanding, and to pretend that the shown line of argument throughout the election cycle would be fair and not biased, is at least strongly hypocritical and undermines the democratic values of the free world the establishment says to hold dear.
So the mainstream media played a major role for this result of the election, partly bound to its fear mongering against Ing. Norbert Hofer by influential figures of large parts of society and the political landscape, via tendentious questioning, unfairly distributed speaking time, led by well experienced anchors/moderators, not missing any opportunity to demonize Ing. Norbert Hofer in effort to portray him as creature from hell, which allegedly may strive for world domination.
And this tendentious maneuvering by the media was seen for the majority of journalists and media experts to be necessary to distract from the positions of Ing. Norbert Hofer not being a Yes-Man to globalization and to everything Brussels orders. But anyway, again the thing is not so much, who won this presidential election, but how it was won.
Regardless of which of the two candidates the electorate preferred, and who therefore won, both candidates had their flaws, but sadly the homogeneous media did a 'perfect job' to inflate the public to go against everyone with a different opinion and to label them as Nazis or the like. Is this sort of manipulation via false allegations the public duty of 'free' mainstream media in this day and age?
So one has to be very ideologized and one-sided not to realize and acknowledge, that this election cycle was one of the dirtiest, if not the dirtiest presidential election cycle in the history of Austria's 2nd Republic, and the whole cycle was entirely dominated, driven and fueled by fear mongering against Ing. Norbert Hofer through the establishment, let alone playing with the Sword of Damocles hanging over the voter's head in terms of a threatening return of at that time conspiring 'EU14' imposing later regretted unsubstantiated sanctions on Austria in 2000, if this time Austrians don't fall into line with the European elites' wish to vote for Brussels 'Sweetheart Candidate' in advance. Is Austria generally expected to behave as Germany's 17th state so to speak, without the right to act on its own authority?
Although this presidential election was once more a text-book example for a strong media bias against one candidate, in this case against Ing. Norbert Hofer, it is interesting that most journalists and media experts in the 'Alp Republic' and beyond still think that they hold the legitimacy of being neutral, objective, and balanced in their coverage and commentating, despite obviously their only objective was to get Dr. Alexander Van der Bellen the presidency, in other words to make sure the next Austrian President is called Dr. Alexander Van der Bellen.
From a systemic analyst and philosophical standpoint with strong emphasis on criticism of ideology the performed political and media theater provokes the following question: How world future elections turn out, if the mainstream media proponents withstood their urge to get engaged as chief ideologists in campaigns of their liking while falsely pretending to be neutral, and instead returned to their official role of providing non-ideologized neutral and objective coverage as their function in society would suppose them to do.
So after all this mainstream media driven 'voter intimidation', if you will, the sad but real result of this election is the self-inflicted dismantling of credibility of the once honorable profession of journalism by most of the established journalists and media experts, degenerating journalists to one-sided campaigners and propagandists misusing their official positions and media stations. So it is disturbing that the media establishment is not showing a touch of criticial reflection not even a single bit, not making amends for their shown tendentious role. Instead the media establishment just gets back to business as usual following its political agenda, which was prolonged once more.
That shown behavior of the mainstream media followed the ideologized one-sided worldwide trend and once more contributed to the demolishing of trust in the establishment and its media, which in the medium term did themselves and democracy a disservice. But given to the outlined scenario it was understandably easier for the majority of the Austrian public to comply and vote for the greenish candidate Dr. Alexander Van der Bellen. Brussels Calling: Mission accomplished!
Systemic Analyst and Philosopher
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
p.s.: My deepest condolences: In the year 2016, following the international trend line, also in Austria the publicly expected duty of the "independent and neutral journalism and its coverage" was carried to its grave. R.I.P.

Freitag, 2. Dezember 2016

Austrian Presidential Election - Reloaded

According to my assessment, factoring in many indications and indicators and given the actual worldwide trend line, which strongly tends to bash the established elites and their media, a trend following a feeling of many people not wanting to be controlled by foreign powers or political entities, but wanting to regain their national sovereignty, I predict that the re-vote of the 2nd Austrian presidential election on the 4th of December 2016 will result in a victory for Ing. Norbert Hofer over Dr. Alexander Van der Bellen. A victory of Ing. Norbert Hofer at December 4th is most likely, despite through the entire presidential election cycle the public witnessed a strong bias and animosity against Ing. Norbert Hofer by the majority of mainstream media.
In this process so many journalists and so called 'experts' of the media world entirely lost their neutrality and objectivity and turned out to be more or less outspoken propagandists for Dr. Alexander Van der Bellen in effort to manipulate the public to vote for the preferred candidate of the establishment Dr. Alexander Van der Bellen.
So in my estimation Ing. Norbert Hofer will win the election under the premises of a fairly held election, if there are no significant irregularities during the election and the vote count process, and no major events will occur in the next few days acting as 'game changer'.
But àpropos game changer: Following this argumentation of mine and factoring in the prelude to the December 4th 2016 re-vote of the Austrian presidential election, which is so far the result of the longest presidential election cycle in Austria due to the challenging of the results of the 2st round of the Austrian presidential election won by Dr. Alexander Van der Bellen earlier this year, now a victory of Ing. Norbert Hofer would itself not only be a game changer but would leave Dr. Alexander Van der Bellen, the winner of the challenged 2st round of the Austrian presidential election in 2016, in the position of being so far the 1st Austrian President, who never became president, who actually never took office, so to speak.
We live in turbulent times and therefore turbulent events are no exception to that.
Systemic Analyst and Philosopher
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Sonntag, 20. November 2016

Warum die Eliten ihren Glanz verlieren

Das unerlaubt vereinnahmende 'Wir'


Wenn jetzt 'alle' ihre Wunden lecken und viele Medien sich fragen: 'Warum haben wir Trumps Wahlsieg nicht kommen sehen?' und weiter: 'Niemand hat dieses Ergebnis vorhergesagt!' So ist das zwar eine rhetorische Frage und eine von den Medienmachern selbstformulierte Antwort darauf, doch fühle ich mich von solchen Äußerungen von führenden Medien gleich in mehrfacher Hinsicht nicht repräsentiert, und es wirkt sogar zum Teil provozierend: Zum einen handelt es sich beim 'Wir' um ein aus journalistisch professioneller Sicht im Grunde vereinnahmendes und daher unzulässiges 'Wir', das ich als Medienbeobachter, Autor und Publizist ausdrücklich zurückweise. 
Zum anderen ist das oft in diesem Zusammenhang ebenfalls gewählte Wörtchen 'niemand' eine derart enggefasste/ausschließliche Formulierung, die auf mich und andere ebenfalls nicht zutrifft.

Die ideologische Bubble wabert munter weiter


Des Weiteren wirft dies offen gesagt die Frage auf, in welcher ideologischen Bubble jene Journalisten eigentlich leben und zu Hause sind und zu wievielt, da sie die Ereignisse um die US-Präsidentschaftswahl 2016 nicht kommen haben sehen? 
Im Übrigen wie kommen ich und zahlreiche andere mit meiner durch das Ergebnis der Wahl bestätigten Einschätzung dazu, die in der medial verbreiteten Wir-Bubble nicht repräsentiert ist, dass jene Journalisten von Ihrer Bubble auf alle anderen Menschen der Welt schließen und Ihre fragwürdige und genau genommen falsche geistige Analyse-Qualität auch mir und vielen anderen nötigend unterstellen? 
Oder verstehen jene Mainstream-Medienleute, die dieses Entsetzen und Erstaunen nach der US-Präsidentschaftswahl nun publizieren, sich denn nur als Ideologen in der Verbreitung Ihrer eigenen ideologisierten Position und der Bedienung ihres von ihnen angenommen homogen politischen Klientels?
Ich gestehe jenen Medienmachern zu, dass sie gewisse Ergebnisse, wie etwa die Ereignisse vom 8. November, nicht kommen haben sehen, die in "President-elect" Donald J. Trump resultiert sind. Doch sollten Sie bitte nicht von Ihrer Bubble, die aus wie vielen Personen auch immer besteht, auf die ganze Welt schließen und mit Worten wie 'niemand' (Negation des Existenzquantors) um sich werfen - oder zumindest den journalistischen Anstand haben diese Begriffe in Anführungsstriche zu setzen. Ich spreche hiermit explizit für meine individualisierte Meinung und stehe nicht für ein verallgemeinerndes 'Wir' möglicher Gegenpositionen, denn diese Wir-Positionen stellen nichts Anderes als populistische Agitation dar, welcher politischen Färbung auch immer, die mit ihrer beanspruchten Mehrheit in der Meinungspolitik eine angenommene Minderheit 'plattmachen' möchte.
Über solche politisch populistisch-nötigende Agitation sollten überparteiliche Medien und Journalisten mit Namen erhaben sein und könnten sich dadurch von Parteiblättern abgrenzen!

Warum ich mit meiner Prognose zur
US-Präsidentschaftswahl 2016 richtig lag


Im allgemeinen Katzenjammer nach der US-Wahl kommt die massive mediale Klage über den Ausgang der Wahl auf von Seiten all jener, die aus politisch-motiviertem Wunschdenken heraus das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 falsch vorhergesagt haben. Dieselben Journalisten und Publizisten sprechen die richtige Vorhersage auch all jenen ab, die, so wie ich, die Geschehnisse klar kommen haben sehen und darüber vor der Wahl publiziert haben...
Meine richtige Vorhersage zur Wahl ist hier nachzulesen:

http://thegeopolitical.blogspot.co.at/2016/11/presidential-election-2016-and-the-American-DNA.html

Die Analyse, dass die Entscheidung der Wähler anders als von der sogenannten Mainstream-Media propagiert ausfallen wird, war für mich deshalb klar, weil die selbsternannten Mainstream-Media-Pundits in ihrer Bubble und ihrer gezeigten Scheuklappenmentalität schon seit geraumer Zeit nicht mehr für den Mainstream der Bevölkerung stehen, damit nicht mehr die Meinung der Mehrheit der großteils unterprivilegierten Bevölkerungsanteile repräsentieren, die sich oft als Verlierer der Gesellschaft sehen und die sich durch die in den Medien ausschließlich zu Wort kommende einseitige Meinung der satten Bevölkerungsschichten und deren Medienvertreter nicht repräsentiert und sogar verhöhnt fühlen. 

Es geht sogar mit dieser einseitigen Berichterstattung seitens der Mainstream-Media die behauptete Verdächtigung um, dass jeder, der sich der propagierten Mainstream-Media Meinung nicht anschließt und unterwirft, einen unverantwortlichen Keil in die Gesellschaft treibe, und dass daher von den selbsternannten Mainstream-Repräsentanten jeder 'Abtrünnige' mit gegenteiliger Meinung mit aller Vehemenz aus allen relevanten Bereichen der Gesellschaft ausgeschlossen werden müsse. 
Womit die Mainstream-Media nicht gerechnet hat, ist, dass sich bereits die Mehrheit des Electoral College, wie die US-Präsidentschaftswahl 2016 sehr gut zeigt, ausgeschlossen und nicht mehr repräsentiert fühlt und sich daher eine brachiale Persönlichkeit suchte, die für sie einen Befreiungsschlag gegen das stark vernetzte und saturierte Establishment von Links und Rechts und deren ignorantes Verhalten gegenüber den Sorgen und Problemen einer unterprivilegierten Mehrheit darstellt. Trump fungiert als ihr Sprachrohr, um aus ihrer empfundenen Hoffnungslosigkeit zu entrinnen, in das sie ein weltweit vernetztes, sie diskriminierendes System gestürzt hat, welches mittlerweile weitgehend ohne Ethik auskommt und nur mehr die gewinnorientierten niedersten Triebe unter dem Deckmantel von neuen Marktchancen bedient.

Zum Medien- und Politgeschäft


Wenn sich nun die Mainstream-Media auf Experten der deutschen/angloamerikanischen Polit- und Medienszene beziehen, muss ich deren Expertisen, die von den meisten Medien auf das Volk prasseln, schlichtweg als falsch bezeichnen, und damit jene sogenannten 'Experten', die wie gerade in Sachen Donald Trump gut belegt nur die Bubble-Meinung ihres Klientels propagieren, seit 1 1/2 Jahren regelmäßig durch Ahnungslosigkeit und Fehleinschätzung 'glänzen' und wie es die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl 2016 nun gezeigt haben, falsch liegen, obwohl sie alles daran gesetzt haben, ihre Minderheitsmeinung und das damit verbundene Herrschaftskonzept durch intensive einseitige mediale Meinungsmache am Leben zu erhalten und unters Volk zu bringen.
So weit so schlecht. Was kann aus dieser Analyse gelernt werden? Wie bereits vor ca. 100 Jahren der Soziologe und Philosoph Max Weber von der Wissenschaft und den Professoren an den Universitäten gefordert hat, ihre Autorität als Professoren nicht dazu zu missbrauchen, ihre politische Einstellung vom Katheder aus zu vertreten und mit ihrer Autoritätsposition als Professoren ihr Weltbild den Zuhörern einzutrichtern. Leider wurden die letzten 100 Jahre nicht zu dieser Funktionstrennung genutzt, und somit vermischen sich auch heute noch munter Wissenschaft, Wirtschaft, Journalismus und Politik. 

Der Journalismus ist in seiner Glaubwürdigkeit beschädigt


Ähnliches ist auch heute in der Medienwelt zu beobachten, wo die Äquidistanz zum Thema als Grundlage jeder journalistischen Berichterstattung weitgehend über Bord geworfen wurde und wird, indem so viele Journalisten in der Pressestunde, im Polit​-Talk und in den Medien generell, als geladene und publizierte Fachleute gleich Parteipolitikern und Apparatschiks auftreten und unter dem Deckmantel von objektiver Berichterstattung in all ihren Statements ihre Meinungs-Bubble nicht verlassen, ja mehr noch, sie unglaublich einseitig durch die Brille ihrer politischen Einstellung ideologisch vertreten. Sie missbrauchen damit den Stand des Journalisten und beschädigen ihn dahingehend nachhaltig, dass sie ihn zu einer parteipolitischen Funktion umwandeln.
Dies rückt die Medien in ein derart schlechtes Licht und degradiert sie zu 'Polit-Propagandastationen', was nicht so schlimm wäre, wenn ganz im Sinne der Kennzeichnungspflicht Max Webers ihre Beiträge als Hofberichterstattung gekennzeichnet wären. Da das nicht erfolgt, sondern die Mainstream-Media auch noch vorgeben faktisch und objektiv zu berichten, ist es besonders tragisch, dass viel zu wenig über das dubiose Millionengeschäft mit den Umfragen, aus denen Journalisten dann großteils unkritisch ihre Informationen beziehen, gesprochen wird. Es wird auch zu wenig beleuchtet, wie diese Umfrage zustande kommen, welche Interessen dahinter stehen die die Ergebnisse dieser zweifelhaften Statistiken für Tatsachen ausgegeben, sie in die Berichterstattung einfließen lassen und für Meinungsmache verwenden. Nur so ist erklärbar, dass der übergroße Teil der offiziellen Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 zum Ergebnis gelangt ist, Donald J. Trump hätte 'faktisch' keine Chancen 45. Präsident der USA zu werden.

Die Meinungsforscher sind zu ideologischen Propagandisten mutiert


Wenn man nun aber in der Fehleranalyse den Fehler nur beim Umfrage-Interviewpartner sucht und ihm unterstellt, er würde in seiner Wahl- und Meinungsäußerung lügen und damit die Statistik verfälschen, dürfte man diese Umfragen fortan seriöserweise nicht öffentlich verwenden bzw. kann man diesen Umfragen und Analysen keinen Wahrheitsgehalt mehr beimessen, sondern sie höchstens in den Bereich der Sportwetten oder der derzeit so populären binären Wertpapierwetten einordnen.
Wenn man den Umfragen Wahrheitsgehalt zuspricht und für diese Umfragen eine daraus abgeleitete reliable Validität von bis zu 95% behauptet, muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, solche wertlosen Umfragen und Ergebnisse dienten nur der Meinungsmache und der politisch gezielten Manipulation der öffentlichen Meinung. Gleiches gilt für die auf Wahlen nachfolgende Wählerstromanalyse, also dafür, welche Wähler von welcher Partei zu welcher anderen Partei gewechselt sind. Die Wählerstromanalyse kann jedoch durch kein nachfolgendes reales Ereignis gestützt oder überprüft werden, und ist daher eine Behauptung, letztlich unwissenschaftlich und dem Bereich des Glaubens und der Mythologie zuzuordnen.
Selbst wenn man gewillt ist Meinungsumfragen zu glaube, ist es ein Gebot der Intelligenz, den Faktor, dass der Befragte dem Interviewer die Unwahrheit sagen könnte - also den von den Medien so genannten 'Lügenfaktor' - ausreichend einzurechnen. Dieser Lügenfaktor ist ein Ausdruck des Misstrauens gegenüber dem Establishment und wird vom Interviewer, der selbst als Teil der "Macht und Kontrolle" gesehen wird, sehr unterschätzt. Denn wenn man bei dem Überprüfbaren weiß, dass viele Befragte lügen, warum sollte das nicht auch für die Wählerstromanalyse gelten? Da die Wählerstromanalyse jedoch durch kein nachfolgendes Ereignis überprüfbar ist, wird sie nur durch den Glauben aller Beteiligten gestützt und fördert lediglich das Geschäft für weitere unüberprüfbare Untersuchungen.
Tatsächlich behaupten die Umfrageinstitute, ihre Umfragen wiesen nur eine Fehlerquote im unteren einstelligen Bereich auf. Aufgrund dieses Hintergrundwissens allein bedeutet das, dass es sich bei den Meinungsumfragen nur um ein politisch-strategisches tendenziöses Mittel zur Meinungsmanipulation hin zu den vom Auftraggeber gewünschten Ergebnissen handelt.

Seit Jahren liegt die veröffentlichte Meinungsforschung konsequent weit daneben


Wer nun in der Wissenschafts- und Medienwelt die Fehlerquote der Verlässlichkeit von Umfragen weiter bloß auf die Falschaussage der Befragten gegenüber dem Interviewer schiebt, begibt sich außerhalb des wissenschaftlichen Rahmens und in den Bereich des beliebigen Deutens, da die Prozentzahlen der Falschaussagen nur vom Leiter der Umfrage geschätzt und als Rechenfaktor angenommen werden, und damit bloß Deutung ist. Die Umfragen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die prozentuelle Annahme der Falschaussagen mit der Realität nicht übereinstimmt. Daher sind jene Umfragen und Prognosen seit Jahren zunehmend wertloser, außer man will, wie gesagt, politisch manipulativ das Geschäft des Auftraggebers unterstützen, indem man vorgibt wissenschaftlich zu arbeiten und damit unentschlossene Wähler in ihrem Wahlverhalten zu beeinflussen.
So scheint bei jenen Experten, obwohl sie zwar meistens schwer danebenliegen und vielleicht deshalb fortdauernd mediale Aufmerksamkeit und Wertschätzung genießen, bei ihrem Kaffeesudlesen regelmäßig ihr politisches Wunschergebnis der Vater des Gedankens zu sein. Sie scheinen ihre Umfragen dahingehend zu trimmen, dass der Auftraggeber ins gute Licht gerückt wird, um Folgeaufträge zu bekommen. Dieses politisch motivierte Treiben ist nur noch durch die Peinlichkeit ihrer auffallend systemisch-geopolitischen Ahnungslosigkeit gewürzt. Auch dieser Informationsmissbrauch, gefolgt von Meinungsmache durch politisch motivierte manipulierte Umfragen und Studien, ist Teil des Establishments, das nun in den USA durch die Wahl von Donald J. Trump sichtbar und abgewählt wurde.

Damit hat sich das Establishment bestehend aus Medien, Umfrageinstituten, Wirtschaft und Politik ein großes Stück mehr in das Reich der Comedy gerückt, wenn auch einer nicht sonderlich lustigen.

Dem Establishment stehen turbulente Zeiten der Veränderung bevor


Für Europa gilt aus selbigem Grund, warum sich ehemals große Volksparteien selbst vernichten und sich in Kleinparteien um die 20% und darunter verwandeln.
Diese praktizierte Ignoranz der Macht verführt dazu dem Volk nicht mehr zuzuhören, ihm daher auch nicht mehr zu helfen, sondern nur die eigene vorgefasste Meinung und Position für die Stabilisierung der eigenen politischen Karriere zu verfolgen. Allgemein gesprochen, machen es sich die Mehrheit der politischen Akteure aus den etablierten Parteien, die das politische Establishment bilden, in ihrem Bestreben nach Machterhalt wieder mal zu einfach, indem sie ideenlos Besitzstände, Pfründe und Privilegien verteidigen, die von der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr mitgetragen werden. 
Gleichzeitig entgehen dem Establishment die wirklichen Ängste und Bedürfnisse der Mehrheitsbevölkerung, weil es das eigene Denken, das eigene Vorgehen, die eigenen Methoden, schlicht das eigene Weltbild nicht im Geringsten bereit ist zu hinterfragen. 

Dass die repräsentative Demokratie und ihre Eliten zunehmend abgehoben agieren, in völliger Ignoranz den Bedürfnissen ihrer Wähler gegenüber den Kontakt zur Bevölkerung verloren haben, ist leider nur Ausdruck des Niedergangs der Attraktivität einer Kultur.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Freitag, 18. November 2016

'Out-Of-Touch-Media' out of Control

The result of the US presidential election 2016 - factoring in the reports and coverage before and now after the election on November 8th - show that obviously the so strongly preferred candidate of most of the media hasn't won, does not bear the title president-elect, despite large parts of the media were saliently and strongly biased.
And over all most of the media turned out to be obsessed with data, engaged in an obscure love story with data, their own data notabene, which turned out to be collected by either biased or wishful thinking scientists and pollsters.
Data, polls, studies, which show that figures - even if they are neutral themselves - don't matter, since it is all up to the pundit, scientist, the data-guys and what they do with the numbers they collect, and even more importantly, how they retrieve their data, their numbers, how they get their numbers, meaning on which premises they collect their data.
This is crucial and all influential for all the latter analysis of the data, no matter how accurate the analysis might be. So it is all important what you collect, what you read in and what you read out from the data, what leads you to even start a poll, a study etc.
So the data-result you get is hugely dependent on your premises and your state of self-reflection as a numbers guy.
So in short: Data is not data and definitely not neutral or objective itself, when it comes to work with the data. But whether or not biased, or solely data-obsessed, the results of the 2016 US presidential election show that the complete election cycle was covered by a mainstream media, which was throughout ideologized, to a degree that it was mostly disgustingly biased and hyped by a media, who picked its candidate right from the get-go and picked on the other.
So dear media, I hope you learn from this, you do your soul-searching, and you don't think that your data is THE data, and I further hope that you are intelligent enough to self-reflect and not to further degrade yourself to propaganda stations of the establishment.
If you are unwilling or unable to do so and to be self-critical, please don't expect from anybody to listen to you ever again, to give his or her precious attention to you ever again, unless s/he wants to get ideologized in the misused name of objectivity, which gets perverted by those chief ideologists, who according to the world they want to see think, if they shim their positions with data as they want to see it, that would do it and that would result in a world they want to see and live in.
If you decide to go on making this mistake, don't expect to ever get your credibility back. So be aware that nobody else than you yourself stripped off your credibility with your excessive and overbearingly tendentious view and coverage during the whole election cycle. An election cycle which was based seemingly solely on biased coverage and relying on the premise that the belief in holding large parts of the information and broadcasting monopoly as well as the strong belief in to be the 'good ones', who behold the truth aka as the own ideology backed by yes-men and some data-guys and eggheads with blinders on, obsessed by their interpretation of the data they collected and declared for the truth in which all humanity has to believe in.
If you don't want to self-reflect, just go on with your ignorant, arrogant, egotistical and highly ideologized and missionary thinking and behavior, and so history and mankind will tell that you, the majority of the media, in effort to reach the world you want to see and impose it on everyone else, just have buried your own grave.
A grave in which it will be dark, cold, in which you you will be on your own, all alone, a grave even smaller than your out-of-touch bubble or some say echo chamber you are living in for quite a while now, from where you interpret the world and illegitimately declare and establish your view as the truth, as objectivity and facts.
Oh and it starts to begin all over again, when I observe you drawing the wrong conclusions out of the mess you are part of creating it. Wrong conclusions in that way that you mostly shrug off your shoulders, seek the flaws in others and stick with your ideology, which you think is in line with objectivity.
In case you are too much obsessed by yourself and your ideology to understand what I am talking all about, for you I put it very simple now: As a philosopher trained in logic, ethics, philosophy of language, mind and science, and criticism of ideology I diagnose you to have lost all your credibility, your neutrality, objectivity via your politically hyped, highly politically-motivated, strongly tendentious and manipulative covering throughout the whole election cycle.
Through your consistently biased coverage you gave the American public and the whole world deep insights into your bubbles surrounding your broadcasting stations and as a sad consequence thereof with your out-of-touch coverage you not only betrayed huge parts of the American people but also yourself and last but not least of course the once honorable profession of journalism.
I think you should be ashamed of yourself for trying to silence large parts of the American people by abusing your monopoly position in order to force your point of view on the American public, and even if you insist on not having a monopoly, the oligopoly you, the majority of the media, or should I say, the 'Out-of-Touch-Media' hold, doesn't make the whole thing better in any way.
Systemic Analyst and Philosopher
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann